Ein traumatisierter Tschetschene und sein minderjähriger Cousin
Herr E ist über Polen nach Österreich eingereist, wo er einen Asylantrag stellte. Es wurde ein sog. Dublinverfahren mit Polen eingeleitet.
Herr E's gesamte Familie - seine Mutter, zwei minderjährige Schwestern, drei Brüder - leben in Österreich und sind 'anerkannt' (Konventionsflüchtlinge bzw. Asylberechtigte). Sie wussten anfangs alle nicht, wo er war, und suchten ihn verzweifelt.
Herr E ist Tschetschene und war laut seinen Angaben über ein Jahr lang in russischer Gefangenschaft. Er wurde massiv misshandelt und gefoltert, was sichtbare Folterspuren zeigen. Herr E galt lange Zeit als verschollen oder als getötet.
Er zeigt alle Anzeichen einer PTSD (Posttraumatischen Belastungsstörung). Laut BetreuerInnen kann er nur schwerlich einem Beratungsgespräch folgen und äußert wiederholt, dass er Angst vor uniformierten BeamtInnen hat. Auf Grund solcher erlittenen Geschehnissen ist zu befürchten, dass er durch die Schubhaft re-traumatisiert wird bzw. wurde.
Gemeinsam mit Herrn E kam sein minderjähriger Cousin nach Österreich. Dieser wurde ebenso in Schubhaft genommen. Er wurde kurz danach in ein anderes PAZ (Polizeianhaltezentrum) als Herr E verlegt, mit dem Argument, dass dort ein anderer Minderjähriger in Haft sei. Laut zuständiger Behörde wurde die Minderjährigkeit in Frage gestellt.
Der aus Moldawien stammende Schubhäftling Herr S. verlor in seiner Jugend ein Bein... mehr
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