Logo Flucht ist kein Verbrechen
Die Initiative Aktuelles Fakten, Hintergründe Fall der Woche ForderungenUnterstützerInnenLinksForum Asyl

home > fall der woche

Fall der Woche



Dramatische Auswirkungen der Schubhaft auf Familien


Eine tschetschenische Familie stellte in Österreich einen Asylantrag. Der Mann wurde sofort in Schubhaft genommen. Die im sechsten Monat schwangere Frau wurde mit ihrem 15 Monate alten Kind im Gelinderen Mittel untergebracht. Die Frau leidet aufgrund der Schwangerschaft unter schweren gesundheitlichen Problemen, weshalb sie bereits Anfang Jänner im Krankenhaus stationär aufgenommen werden sollte. Die Aufnahme wurde allerdings wegen des in diesem Fall unversorgten Kleinkindes abgelehnt.

Vor kurzem kollabierte die tschetschenische Frau in einer Beratungsstelle, die Rettung musste sie ins Krankenhaus einliefern. Das Kleinkind blieb unbetreut und ohne jegliche Bezugsperson in der Beratungsstelle zurück. Als der Vater in der Schubhaft von dem Vorfall verständigt wurde, war er kaum zu beruhigen, da er sich neben der Gesundheit seiner Frau große Sorgen um sein unbetreutes Kind machte. Er wollte unbedingt zu seinem (alleingelassenen) Kind. Seitens der Schubhaftbetreuung wurde der zuständige Fremdenpolizist  über die dramatische Situation der Familie informiert. Obwohl eine Entlassung des Mannes die Situation hätte entschärfen können, wurde diese ohne nachvollziehbare Gründe verweigert. Später wurde eingeräumt, dass ein Anruf des zuständigen Jugendamtes, der die Notwendigkeit der Obsorge des Kindes seitens des Vaters bestätigen würde, eine Entlassung ermöglichen würde.  Das Jugendamt wurde informiert, fühlte sich allerdings erst nach Intervention seitens der Beratungsstelle für den Fall zuständig. Ein Sozialarbeiter des Jugendamtes erschien zwar, der zuständige Jugendamtmitarbeiter verweigerte aber einen zur Entlassung des Kindesvaters führenden Anruf bei der Fremdenpolizei.

Er fuhr indes gemeinsam mit zwei Tschetschenen, der Quartiersgeberin und dem Kind zur Frau ins Krankenhaus. Ziel war ein Einverständnis der Mutter, das Kind während ihres Krankenhausaufenthalts einem der beiden männlichen (!) Tschetschenen, die die Frau erst am Morgen in der Beratungsstelle kennen gelernt hatte, in Obsorge zu geben. Die andere Alternative wäre ein Kinderheim. Da die Frau ihr Kind verständlicher Weise nicht in völlig fremde Obsorge geben wollte, verließ sie entgegen dem Rat der Ärzte  das Krankenhaus. Laut Auskunft der Ärzte besteht sowohl für die Frau als auch für ihr ungeborenes Kind akute Gefahr. Trotz mehrerer Interventionen konnten weder die Fremdenpolizei noch das Jugendamt zu hilfreichen Lösungsansätzen veranlasst werden.

Der Ehemann und Vater sitzt indes in ständiger Sorge um seine Familie ohnmächtig in Schubhaft, ohne etwas verbrochen zu haben. Wäre der Mann nicht in Schubhaft, könnte er sich als Vater um sein 15 Monate altes Kind kümmern, während seiner Frau die Möglichkeit gegeben wäre die akute Lebensgefahr des ungeborenen Kindes zu bannen und sich im Krankenhaus adäquat medizinisch betreuen zu lassen.








Dramatische Auswirkungen der Schubhaft auf Familien [18.01.08]
Eine tschetschenische Familie stellte in Österreich einen Asylantrag ... mehr
 
Zwei Kleinkinder mit ihrer Mutter in Schubhaft [21.12.07]
Weihnachten wird eine somalische Mutter mit ihren beiden Kleinkindern ... mehr
 
Trotz Blindheit in Schubhaft [27.11.07]
Herr E. aus Tschetschenien flüchtete gemeinsam mit seiner Frau ... mehr
 
Schubhaft trotz Suizidgefahr [12.11.07]
Nachdem die Erstaufnahme- stelle des Bundesasylamts einem Kurden ... mehr
 
Direkt von der Grenze ins Spital und in die Schubhaft [27.10.07]
Das Ehepaar A überquerte Anfang Juli die österreichische Grenze ... mehr
 
Ein traumatisierter Tschetschene und sein minderjähriger Cousin [15.10.07]
Herr E ist über Polen nach Österreich eingereist, wo er einen Asylantrag ... mehr
 
Schubhaft unmittelbar nach Bescheidabholung [01.10.07]
Anfang September meldete sich eine Asylwerberin aus Afghanistan ... mehr
 
Medizinische Betreuung in der Schubhaft [23.09.07]
Nachdem Herr D. einen Asyantrag gestellt hatte, wurde ein sog. Dublinverfahren ... mehr
 
Ein junger Afghane [15.09.07]
Ein junger Afghane flüchtete nach Griechenland. Dort wurde er erkennungsdienstlich behandelt und ... mehr
 
Familie A. aus Tschetschenien [30.08.07]
Familie A. wurde auf Grund der Einleitung eines sog. Dublinverfahrens ... mehr
 
Behörde stützt sich auf Aussagen von Schleppern [24.08.07]
Sofort nach ihrer Einreise in das österreichische Staatsgebiet wurden zwei irakische Brüder ... mehr
 
Zuständigkeitsfrage entscheidet über Dauer der Schubhaft [17.08.07]
Herr I., ein Staatsangehöriger von Bangladesch, wurde als Insasse des Reisezuges ... mehr
 
Schubhaft trotz schwerer psychischer Erkrankungen [08.08.07]
Herr O. aus Nigeria wurde nach der Einvernahme am BAA (Bundesasylamt) sofort ... mehr
 
Schubhaft trennt Familien [30.07.07]
Im Sommer 2006 stellten ein georgisches Ehepaar mit dem zehnjährigen Sohn Asylanträge ... mehr
 
Ein mongolischer Junge [24.07.07]
Ein mongolischer Junge wurde knapp nach Vollendung seines 16. Lebensjahres in Schubhaft genommen ... mehr
 
Eine Familie [18.07.07]
Auf Grund der Zuständigkeit Polens wurde im Burgenland ein Familienvater in Schubhaft genommen ... mehr
 
Frau K. [12.07.07]
Frau K. aus Tschetschenien war bereits im fünften Monat schwanger ... mehr
 
Frau B. [06.07.07]
Im Mai 2007 wurde Frau B, eine Angehörige der Roma aus Serbien ... mehr
 
Herr Z. [29.06.07]
Herr Z., ein junger Mann tschetschenischer Staats-angehörigkeit, stellte im Jahre 2004 ... mehr
 
Herr S. [23.06.07]
Herr S., ein Staatsangehöriger der russischen Föderation, reiste ... mehr
 
Eine Familie aus dem Kosovo [17.06.07]
Ein Kosovo-Albaner kam mit seiner Frau und den drei Kindern ... mehr
 
Herr S. [11.06.07]
Der aus Moldawien stammende Schubhäftling Herr S. verlor in seiner Jugend ein Bein... mehr
 

Eine Initiative des Forum Asyl
amnesty international | asylkoordination österreich | Caritas | Diakonie | Integrationshaus | Österreichisches Rotes Kreuz | Volkshilfe

Impressum: Forum Asyl | info@fluchtistkeinverbrechen.at | www.fluchtistkeinverbrechen.at